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Blinde und Sehbeeinträchtigte haben, wenn es um Smartphones geht, schon einige gute Optionen zur Auswahl: Ein Smartphone mit Tastatur ist eine Möglichkeit für Blinde, mit guter Kenntnis des Tastschreibens oder auch 10-Finger-Systems auf Computertastaturen Nachrichten und E-Mails zu verfassen. Auch Spracherkennungssoftware auf anderen Smartphones, wie zum Beispiel Siri auf dem iPhone, sind eine weitere Hilfe, die es ermöglichen einige Funktionen von Smartphones zu nutzen. Für Geräte mit Touchscreen gibt es auch die in 2012 entwickelte App "BrailleTouch", welche es Blinden ermöglicht mit dem Smartphone SMS oder E-Mails zu versenden. Mit je drei Knöpfen auf beiden Seiten des Displays kann der Nutzer die Nachricht eintippen, da die Knöpfe ähnlich funktionieren wie die kleinen Punkte, die in Blindenschrift verwendet werden. Die App liest die Buchstaben vor, während sie eingetippt werden, sodass der Nutzer Bescheid weiß, ob er oder sie sich vertippt hat.

Nun könnte es aber noch eine weitere Möglichkeit geben: TED-Mitglied Sumit Dagar entwickelte eine Idee, auf der das erste Handy für Blinde basieren könnte. Der Bildschirm soll aus einem Netz aus kleinen Nadeln bestehen, die sich hoch und runter bewegen können, um in Blindenschrift Benachrichtigungen über einkommende SMS und E-Mails zu übermitteln. Der Bildschirm wird in der Lage sein, die Inhalte hoch und runter zu drücken, um so Muster zu formen und beispielsweise Bilder, Gesichter oder Karten anzeigen zu können. Das gleiche gilt auch für Video-Chat, wobei sich das Bild und somit auch das Muster auf dem Bildschirm natürlich konstant verändern wird, vom Nutzer aber einfach abgetastet werden kann. Ansonsten wird das Gerät funktionieren wie jedes andere Smartphone auch.

Diese Innovation basiert auf Shape Memory Alloy Technology, durch die sich die Nadeln nach dem Lesen einer Nachricht wieder in ihre alte Position zurückbewegen können und den Bildschirm unberührt flach zurücklassen. Sumit Dagar fasst diese Technologie als eine Art "Transformation von Daten in Muster" zusammen. Sie basiert auf der Annahme, dass die Metalle sich an ihre ursprüngliche Form erinnern werden und in diese zurückkehren, nachdem sie für eine Benachrichtigung verwendet wurden.

Obwohl bisher noch kein Smartphone für Blinde existiert, gab es doch schon die Idee dafür: DrawBraille war ein 2012 von Shikun Sun entwickeltes Konzept, welches Blindenschrift als Eingabemechanismus anstelle eines Touchscreens verwendet. Allerdings blieb es nur eine Idee, die bisher noch nicht in die Tat umgesetzt und für den Markt hergestellt werden konnte.

Dagar kam vor zwei Jahren auf seine Erfindung, als er merkte, dass die Mehrheit moderner Technologien sehr auf den Mainstream fokussiert ist und kleinere Gruppen nicht direkt als Zielgruppen ansieht. Er arbeitet nun mit der IIT Delhi an seiner Idee und gab an, dass der Prototyp momentan am L V Prasad Augeninstitut in Hyderabad getestet wird. Er sagte außerdem, dass die bisherigen Reaktionen überaus positiv waren und deshalb geplant ist, weitere fortgeschrittenere Modelle zu entwickeln. Wenn alles gut geht, sollte das erste Produkt Ende diesen Jahres auf den Markt kommen.

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